Crash-Games: Funktionsweise, Risiken und Rechtslage in Deutschland
Crash-Games sind in den letzten Jahren zu einem wahren Internetphänomen geworden. Es handelt sich um Spiele, deren Ausgang gänzlich vom Zufall abhängt und für deren Teilnahme ein bestimmter Einsatz getätigt werden muss. Sobald es sich bei diesem Einsatz um echtes Geld handelt, wird das Crash-Game per Definition zu einem Glücksspiel.
In Deutschland sind jedoch nur sehr wenige gesetzlich konkret definierte Formen des Glücksspiels erlaubt. Crash-Games mit Echtgeld zählen nicht dazu. Dennoch sind diese populären Online-Spiele aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Hier erfährst du daher, was genau es damit auf sich hat und worin der Unterschied zum regulierten Glücksspiel liegt.

Was sind Crash-Games?
Von ihrem Grundprinzip her sind Crash-Games sehr schlicht und selbsterklärend. Teilnehmer verfolgen auf dem Bildschirm ein virtuelles, fliegendes Objekt, das jederzeit abstürzen, also „crashen“ kann. Zu Beginn wird ein Einsatz getätigt, dessen potenzieller Gewinn so lange ansteigt, wie das virtuelle Objekt weiterfliegt.
Je nach Spiel multipliziert sich der getätigte Einsatz also nach einem bestimmten Muster. Teilnehmer können jederzeit aus dem Spiel aussteigen und sich somit ihren Einsatz und den daran gebundenen Multiplikator sichern. Je länger man also im Spiel bleibt, desto höher fällt der potenzielle Gewinn aus.
Allerdings weiß man nie, wann es plötzlich zum Crash kommt. Wer vor dem Crash den Ausstieg verpasst, verliert also seinen kompletten Einsatz und den bis dahin angezeigten potenziellen Gewinn. Da der Zeitpunkt des Crashes von einem Zufallsgenerator (RNG) abhängt, lässt er sich auch nicht vorausahnen.
Es handelt sich somit per Definition um ein Glücksspiel, allerdings nicht um ein in Deutschland erlaubtes. Die deutsche Gesetzgebung erlaubt grundsätzlich alle „klassischen“ Formen des Glücksspiels. Das sind also insbesondere Spielautomaten und Tischspiele, die es seit Jahrhunderten auch in den terrestrischen Casinos gibt.
Solche Glücksspiele haben sich also über einen sehr langen Zeitraum etabliert und werden heute insbesondere online streng reguliert. Auch bei Slots und Tischspielen werden Echtgeld-Einsätze getätigt und der Ausgang jeder Runde hängt vom Zufall ab.
Crash-Games, Spielautomaten und Roulette fallen, sofern sie mit Echtgeld gespielt werden, also theoretisch unter die gleiche rechtliche Definition eines Glücksspiels, unterscheiden sich aber natürlich im Design und in ihrer Erlaubnisfähigkeit.
Das heißt, es gibt aktuell in Deutschland keine glücksspielrechtliche Grundlage, auf der Crash-Game-Betreiber ausdrücklich eine Erlaubnis erhalten könnten. Crash-Gambling mit dem Einsatz von echtem Geld ist daher derzeit in Deutschland unzulässig.
Die typischen Elemente einer Runde
Crash-Game-Runden sind unterschiedlich lang und genau das macht auch ihren Reiz aus. Wer in eine Spielrunde einsteigt, weiß nie, wie lange diese dauern wird. Das Crash-Game selbst läuft auf seinem jeweiligen Server meist rund um die Uhr.
Selbst wenn gerade niemand einen Einsatz tätigt, folgt eine Spielrunde auf die nächste. Somit kann man jederzeit einsteigen und für eine oder mehrere Runden einen Einsatz platzieren.
Bevor die jeweils nächste Runde beginnt, hat man ein paar Sekunden Zeit, um den Einsatz festzulegen. Nach Ablauf des kurzen Countdowns geht die Spielrunde dann los. Das virtuelle Objekt beginnt zu fliegen und der potenzielle Auszahlungsbetrag beziehungsweise der Multiplikator zu wachsen.
Je nach Spiel wächst der Multiplikator unterschiedlich schnell oder in unterschiedlichen Zeitabständen. Während das Objekt fliegt, können Spieler jederzeit einen Cashout durchführen, sich also ihren Einsatz und den bis dahin erreichten Multiplikator sichern.
Allerdings kann das Objekt jederzeit abstürzen. Es gibt auch regelmäßig Runden, in denen es praktisch sofort zum Crash kommt, bevor man überhaupt die Chance hat, auszusteigen. Gäbe es diese sofortigen Crash-Runden nicht, könnte man, sofern man wirklich schnell ist, ja zumindest immer einen kleinen Gewinn erzielen.
Ein mathematischer Hausvorteil wäre so nicht möglich und das Spiel für die Betreiber langfristig nicht wirtschaftlich.
Auto-Cashout und weitere Funktionen
Während Crash-Games an sich vom Prinzip her sehr simpel sind, gibt es verschiedene Features und Funktionen, die Teilnehmer auf Wunsch nutzen können. Welche davon genau zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Entwickler, der Plattform und dem genauen Spieltitel ab.
Auto-Cashout: Bei vielen Crash-Games gibt es eine automatische Cashout-Funktion. Man legt also vorher fest, ab welchem erreichten Multiplikator der Einsatz sofort ausgezahlt werden soll, und muss somit nicht selbst aktiv auf den Cashout-Button klicken.
Partial Cashout: Einige Crash-Games ermöglichen einen teilweisen Cashout. Dabei wird beispielsweise nur die Hälfte der aktuellen Spielposition ausgezahlt, während der übrige Teil weiterhin in der laufenden Runde bleibt. Kommt es anschließend zum Crash, ist nur noch der nicht ausgezahlte Teil betroffen.
Auto-Bet: Neben dem automatischen Cashout lässt sich bei vielen Spielen auch der Einsatz automatisieren. Dabei wird ein zuvor festgelegter Betrag automatisch in mehreren aufeinanderfolgenden Runden gesetzt.
Zwei parallele Einsätze: Einige bekannte Crash-Games ermöglichen es, zwei Einsätze gleichzeitig zu platzieren. Beide können unabhängig voneinander ausgezahlt werden, beispielsweise einer bei einem niedrigen Multiplikator und der andere erst später.
Rundenhistorie: Üblicherweise werden die Crash-Multiplikatoren der vergangenen Runden angezeigt. Spieler können somit nachvollziehen, bei welchem Wert die vorherigen Runden jeweils beendet wurden. Rückschlüsse auf den Crash-Zeitpunkt der nächsten Runde lassen sich daraus allerdings nicht ziehen.
Woher kommen Crash-Games?
Die ersten bekannten Crash-Games entstanden in den 2010er Jahren. Somit sind die populären Absturzspiele deutlich jünger als klassische Online-Glücksspiele. Der Ursprung der Crash-Games liegt in der Krypto-Szene, konkret im Bereich des Krypto-Glücksspiels.
Mit Krypto-Glücksspiel ist in diesem Fall gemeint, dass die Einsätze in einer Kryptowährung wie Bitcoin getätigt werden und auch die möglichen Gewinne in der jeweiligen Kryptowährung ausgezahlt werden.
Die Spiele selbst können ganz gewöhnliche Slots oder andere klassische Casinospiele sein. Es können aber auch Crash-Games sein, die es im regulierten Glücksspielmarkt nicht gibt. Plattformen wie Bustabit spezialisierten sich zu jener Zeit sogar gezielt auf Crash-Games und existieren in vielen Fällen noch heute.
Bei den ursprünglichen Crash-Games aus der Krypto-Szene bezieht sich die Kryptografie aber nicht nur auf die genutzte Währung. Auch der Zufallsmechanismus hinter den Spielen basiert auf kryptografischen Verfahren. Hier wird die Geschichte der Crash-Games besonders spannend.
Konkret kamen hier erstmals sogenannte Provably-Fair-Verfahren zum Einsatz. Der Spielverlauf soll also „nachweisbar fair“ sein. Hinter dem Verfahren steckt zwar komplexe Kryptografie, für eine einfache Provably-Fair-Erklärung reicht aber zunächst Folgendes:
Nach Abschluss einer Spielrunde können Teilnehmer überprüfen, ob das angezeigte Ergebnis tatsächlich aus den zuvor festgelegten Daten hervorgegangen ist. Dafür werden bestimmte kryptografische Ausgangsdaten nachträglich offengelegt.
Mit einem Prüfwerkzeug lässt sich daraus das Ergebnis der Runde erneut berechnen. Kommt dabei derselbe Crash-Wert heraus wie im Spiel, kann nachvollzogen werden, dass das Ergebnis nicht im Nachhinein verändert wurde.
Tatsächlich ist der Markt für Crash-Games insbesondere seit 2014 stark gewachsen. Es handelt sich also längst nicht mehr um ein weitgehend unbekanntes Nischenprodukt, zumal es heute auch viele Angebote mit Fiatgeld statt Kryptowährung gibt.
Somit liegt die Herkunft der Crash-Games zwar im einstigen Nischenbereich der Kryptowährungen, inzwischen sind sie aber auch darüber hinaus leicht zugänglich geworden. Auch klassische Slot-Entwickler haben inzwischen teilweise ihre eigenen Crash-Games entwickelt.
Pragmatic Play ist ein bekanntes Beispiel dafür. In diesem Fall handelt es sich aber nicht um Krypto-Glücksspiel und auch das Provably-Fair-Verfahren kommt in dem Sinne nicht zum Einsatz.
Stattdessen basieren viele moderne Crash-Games im Fiatgeld-Glücksspiel auf typischen Zufallsgeneratoren (RNGs), die auch bei Spielautomaten und anderen Online-Glücksspielen zum Einsatz kommen.
Wer entwickelt und betreibt Crash-Games?
Crash-Games sind also heute längst nicht mehr nur in der Krypto-Welt zu finden. Zahlreiche internationale Studios haben den Markt in den letzten Jahren mitgeprägt und viele bekannte Titel weltweit verbreitet.
Je nach Glücksspielmarkt findet man die Spiele heute auf ganz unterschiedlichen Plattformen. Neben weiterhin bestehenden Krypto-Angeboten gehören dazu auch lizenzierte Echtgeldanbieter in Ländern, deren Regulierung Crash-Games zulässt.
Dort werden sie teilweise einer größeren Gruppe sogenannter Instant Games zugeordnet. Unter diesem Begriff werden verschiedene schnell ablaufende Spiele mit vergleichsweise einfacher Mechanik zusammengefasst. Dazu können neben Crash-Games auch Spiele wie Plinko gehören.
Plinko ist selbst aber kein Crash-Game. Hier steigt kein Multiplikator bis zu einem unvorhersehbaren Crash an, sondern eine Kugel fällt durch ein Feld mit Hindernissen und landet schließlich in einem Bereich mit einem bestimmten Multiplikator.
Auch die Crash-Mechanik selbst wird je nach Spiel unterschiedlich dargestellt. Bei Aviator von Spribe, das oft als erstes Crash-Game bezeichnet wird, wird der steigende Multiplikator beispielsweise durch ein Flugzeug visualisiert, bei JetX von SmartSoft durch einen Jet und bei Spaceman von Pragmatic Play durch einen Astronauten.
Bei Lucky Jet übernimmt diese Rolle eine fliegende Figur. Chicken Road kommt dagegen ganz ohne Flugobjekt aus. Hier bewegt sich ein Huhn über eine Straße und der Multiplikator steigt mit jedem weiteren Schritt.
Wie funktioniert die Technik dahinter?
Bei Crash-Games, ebenso wie bei anderen Glücksspielen, entscheidet ein Zufallsgenerator über das Ergebnis einer Spielrunde. Der Zufallsgenerator von Crash-Games sorgt dafür, dass das nächste Rundenergebnis nicht vorhersagbar ist. Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Zufallsgeneratoren, die im modernen Glücksspiel zum Einsatz kommen.
Klassische RNGs basieren auf mathematischen Algorithmen, andere Zufallsgeneratoren setzen zusätzlich auf Kryptografie. Entsprechend kann auch ein Crash-Game-RNG je nach Entwickler und Spiel unterschiedlich aufgebaut sein.
In jedem Fall geht es darum, von einem unbekannten Ausgangspunkt einen „pseudozufälligen“ Ergebnispunkt zu ermitteln. Dazwischen liegt der Algorithmus, also eine festgelegte mathematische Rechenvorschrift.
Dieser Algorithmus wird vom Entwickler des Zufallsgenerators festgelegt und kann durchaus bekannt sein. Entscheidend ist nämlich nicht, dass der Rechenweg geheim bleibt, sondern dass Spieler den jeweiligen Ausgangswert nicht kennen und somit das nächste Ergebnis nicht vorausberechnen können.
Der Crash-Game-Algorithmus ist damit ein zentraler Bestandteil der technischen Funktionsweise von Crash-Games. Er legt fest, wie aus dem jeweiligen Ausgangswert das Rundenergebnis berechnet wird, ohne dass Spieler dieses vorhersagen können.
Provably Fair erklärt
Auch beim Provably-Fair-Verfahren kommt zunächst ein Zufallsgenerator zum Einsatz. Die Ermittlung des Ergebnisses wird hier allerdings mit kryptografischen Verfahren kombiniert. Dabei kommen sogenannte Seeds zum Einsatz. Seeds sind lange Zeichenfolgen, die als Ausgangswerte für die Berechnung durch den Algorithmus dienen.
Beim Provably-Fair-Verfahren gibt es auf der einen Seite den Client-Seed, der dem Spieler beziehungsweise dessen Spielsession zugeordnet ist. Je nach System wird er automatisch erzeugt oder kann vom Spieler selbst festgelegt werden.
Auf der anderen Seite gibt es den Server-Seed, der vom Spielserver erzeugt und zunächst geheim gehalten wird. Beide zusammen fließen in die Berechnung des Spielergebnisses ein.
Damit der Server-Seed nachträglich nicht unbemerkt verändert werden kann, wird vor der Spielrunde ein sogenannter Hash daraus erstellt. Dieser bildet den Seed in einer neuen Zeichenfolge ab, ohne ihn selbst zu verraten.
Nach Abschluss der Runde wird der Server-Seed offengelegt. Mit den nun bekannten Seeds und der veröffentlichten Berechnungsmethode kann das Ergebnis der Runde erneut berechnet werden.
Dafür können auch externe Verifikationstools außerhalb der jeweiligen Glücksspielplattform genutzt werden. Ergibt die unabhängige Berechnung denselben Crash-Punkt wie im Spiel, lässt sich nachvollziehen, dass das Ergebnis nicht nachträglich verändert wurde.
RTP, Hausvorteil und Volatilität bei Crash-Games
Auch bei Crash-Games spielen Auszahlungsquoten (RTP) und Volatilität eine Rolle. Die Auszahlungsquote sagt aus, welcher Anteil der von allen Spielern getätigten Spieleinsätze als Gewinn ausgeschüttet werden kann.
Der RTP ist eine rein statistische Kennzahl, die sich nicht auf einzelne Spielteilnehmer bezieht. Bei den meisten Crash-Games werden Werte zwischen 95 und 98 % angegeben. Hat ein Crash-Game also zum Beispiel einen RTP von 97 %, so werden langfristig theoretisch 97 % aller Einsätze wieder ausgeschüttet.
Die verbleibenden 3 % entsprechen also dem sogenannten Hausvorteil des Betreibers des jeweiligen Spiels. In diesem Punkt funktionieren Crash-Games, Spielautomaten und Casinospiele also nach dem gleichen Prinzip. Anders sieht es bei der Volatilität aus.
Diese ist bei Crash-Games deutlich dynamischer als bei Slots. Der Grund dafür ist, dass Spieler selbst bestimmen, wie lange sie im Spiel bleiben. Wer in jeder Runde so früh wie möglich aussteigt, spielt praktisch mit einer niedrigeren Volatilität als jemand, der sich seinen Einsatz über viele Runden hinweg deutlich später auszahlen lässt.
Mythen und Missverständnisse
Rund um das Glücksspiel existieren zahlreiche Mythen und Missverständnisse, und Crash-Games bilden hier keine Ausnahme. Wer erstmals von dieser Spielkategorie hört, fragt sich insbesondere: Sind Crash-Games manipuliert? Sind Crash-Games fair? Oder sogar: Sind Crash-Games Abzocke?
Aber auch unter denjenigen, die diese Spiele bereits kennen oder selbst gespielt haben, gibt es offene Fragen oder falsche Einschätzungen zur Spielmechanik. Die häufigste Fehlannahme bei zufallsbasierten Spielen ist, dass man das Ergebnis in irgendeiner Weise vorhersagen kann.
Auf Basis vergangener Spielrunden und Ergebnisse werden plötzlich Muster gesehen, wo eigentlich gar keine sind. Kommt es beim Crash-Game fünfmal hintereinander sehr schnell zum Crash, entsteht womöglich der Eindruck, dass diese „Pechsträhne“ sehr bald zu Ende sein müsste und eine der nächsten Runden deutlich länger dauern müsste.
Es entstehen also unbewusst Erwartungen an den weiteren Spielverlauf, obwohl sich dieser in der Realität in keiner Weise vorhersagen lässt. Die Wahrscheinlichkeit des Crash-Zeitpunkts in der nächsten Runde lässt sich nicht einschätzen. Aus diesem Grund läuft auch jede vermeintliche Crash-Game-Strategie ins Leere.
Der Zufall lässt sich nicht umgehen, indem man den Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs mit vermeintlichem Geschick oder irgendeiner strategischen Berechnung gezielt wählt. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung ist theoretisch in jeder Runde gleich. Auch bekannte Setzsysteme wie die Martingale-Strategie können daran nichts ändern.
Dabei wird nach einem Verlust der nächste Einsatz erhöht beziehungsweise klassischerweise verdoppelt, um die bisherigen Verluste mit einem späteren Gewinn wieder auszugleichen. Auf Crash-Games lässt sich dieses Prinzip beispielsweise mit einem festen Cashout-Ziel übertragen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Runde dieses Ziel erreicht, verändert sich durch die vorherigen Verluste jedoch nicht. Außerdem können die benötigten Einsätze bei einer längeren Verlustserie mit dieser auf Crash-Games übertragenen Martingale-Strategie sehr schnell anwachsen.
Ebenso wenig wie die Spielteilnehmer also den weiteren Spielverlauf vorhersagen oder taktisch beeinflussen können, haben auch die Betreiber der Glücksspielplattform keine Möglichkeit, einzelne Ergebnisse eines ordnungsgemäß arbeitenden Zufallsgenerators gezielt zu beeinflussen. Auch sie kennen dessen aktuellen internen Zustand nicht.
Das Provably-Fair-Verfahren ist dabei der jederzeit verfügbare Beleg dafür, dass die Spielergebnisse nach dem festgelegten Zufallsverfahren ermittelt und nicht im Nachhinein manipuliert worden sind.
Risiken und Spielerschutz
Glücksspiel kann süchtig machen. Das ist hinlänglich bekannt und die Grundprämisse für die vielen Spielerschutzmaßnahmen im regulierten Glücksspielmarkt. In der Suchtforschung ist man sich weitgehend einig darüber, dass bestimmte Eigenschaften von Spielen mit einem höheren Suchtrisiko einhergehen als andere.
Allgemein wird angenommen, dass Spiele ein größeres Suchtrisiko mit sich bringen, wenn sie jederzeit verfügbar sind und sich viele Runden innerhalb kurzer Zeit spielen lassen. Geringer ist das Risiko dagegen bei Spielen, auf deren Ergebnis länger gewartet werden muss oder die nicht rund um die Uhr verfügbar sind.
Crash-Games fallen also eindeutig in die erste Kategorie. Sie sind ähnlich leicht zugänglich wie Online-Spielautomaten, haben teilweise aber eine deutlich kürzere Rundendauer und werden vor allem nicht von den zahlreichen Limits- und Schutzmaßnahmen aus dem Spielautomatenumfeld begleitet.
Da Crash-Games in Deutschland nicht innerhalb des regulierten Glücksspielmarktes angeboten werden, gibt es keine Einsatz-, Zeit- oder Verlustlimits wie in legalen Online-Spielotheken. Während bei legalen Slots nach spätestens 60 Minuten ein Reality-Check erfolgt, an den sich eine fünfminütige Pause anschließt, lassen sich Crash-Games unbegrenzt lange spielen.
Dort, wo keine derartigen Spielerschutzmechanismen existieren, sind umso mehr Eigenverantwortung und Selbstkontrolle gefragt. Umso wichtiger ist es, sich der potenziellen Suchtrisiken von Crash-Games wirklich bewusst zu sein.
Wer bei Crash-Games oder auch anderen Glücksspielen vermutet, das eigene Spielverhalten nicht mehr ausreichend kontrollieren zu können, sollte niemals zögern, sich Hilfe zu holen. In Deutschland stehen verschiedene kostenlose und anonym nutzbare Hilfsangebote zur Verfügung.
Eine erste Anlaufstelle können die Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht sein. Unter dem Motto „Bundesweit gegen Glücksspielsucht“ (BUWEI) gibt es dort kostenlose Beratung per Chat, Telefon oder vor Ort. Auch ein Selbsttest kann auf der Website durchgeführt werden.
Der Test stellt gezielte Fragen zum Spielverhalten und den damit verbundenen Emotionen der Spielerin oder des Spielers und präsentiert im Anschluss eine unverbindliche Risikoeinschätzung. Erste Warnzeichen für problematisches Spielverhalten, die auch im Rahmen des Tests abgefragt werden, sind insbesondere folgende:
1. Motivation zur Spielteilnahme: Probleme verdrängen, Geldsorgen lösen, Stimmung verbessern
2. Kontrollverlust: Längere Spielzeiten als geplant, gescheiterte Aufhörversuche, Verlusten hinterherjagen
3. Emotionen rund ums Spielen: Unruhe, Gereiztheit, Angst, Schuldgefühle, Scham
4. Finanzielle Auswirkungen: Steigende Einsätze, Geld leihen, Rechnungen vernachlässigen, finanzielle Schwierigkeiten
5. Auswirkungen auf den Alltag: Glücksspiel verheimlichen, soziale Kontakte vernachlässigen, Konflikte in Familie oder Partnerschaft, Probleme bei der Arbeit
Rechtslage in Deutschland
Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 wurden Online-Glücksspiele in Deutschland erstmals bundesweit legalisiert. Der Vertrag definiert nicht nur, was Glücksspiele sind, sondern konkretisiert auch, welche Glücksspiele in Deutschland überhaupt erlaubnisfähig sind.
Dabei handelt es sich um eine konkrete Liste, die ohne entsprechende Anpassungen am Vertrag nicht einfach ausgeweitet werden kann, selbst wenn andere Glücksspiele der Definition nach durchaus existieren. Warum also sind Crash-Games in Deutschland verboten?
Die in Deutschland erlaubnisfähigen Online-Glücksspiele sind Lotterien, Sportwetten, Pferdewetten, Online-Casinospiele, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker. Für jede dieser Spielformen gibt es individuelle Rahmenbedingungen und Vorgaben.
Crash-Games und andere Instant Games werden im Glücksspielstaatsvertrag schlichtweg nicht berücksichtigt. Es fehlt also die rechtliche Grundlage, auf der Crash-Games überhaupt erlaubnisfähig sein könnten.
Warum Crash-Games nicht unter virtuelle Automatenspiele fallen
Nun könnte man argumentieren, dass Crash-Games sehr viele Gemeinsamkeiten mit modernen Online-Spielautomaten haben und entsprechend als solche erlaubt bzw. lizenziert werden könnten. Schließlich haben nicht alle modernen Online-Slots Walzen, Gewinnlinien oder andere typische Automatenmerkmale.
Dennoch fallen Crash-Games nicht unter die Definition virtueller Automatenspiele. Sie scheitern zudem gleich an mehreren Stellen des Glücksspielstaatsvertrags. Zunächst einmal werden Online-Spielautomaten als virtuelle Nachbildung terrestrischer Geldspielgeräte definiert.
Crash-Games wie das Aviator-Spiel haben also kein physisches Gegenstück, das bereits mit Genehmigung in einer deutschen Spielhalle steht. Könnte man einen solchen Crash-Game-Automaten also nicht einfach bauen? Theoretisch ja. Allerdings müsste man die Crash-Games in einen regulatorischen Rahmen quetschen, der eigentlich ihrem aktuellen Spielprinzip widerspricht.
So gibt es für Automatenspiele in Deutschland feste Vorschriften zur Einsatzhöhe, der Dauer der Spielrunde und dem Verhältnis von möglichem Höchstgewinn zum getätigten Einsatz. Schon der Umstand, dass eine Spielrunde bei Online-Slots mindestens fünf Sekunden dauern muss, würde das typische Crash-Prinzip verändern.
Besonders kurze Runden mit einem praktisch sofortigen Crash wären damit nicht möglich. Und auch der maximale Gewinn in Relation zum Einsatz müsste irgendwie gedeckelt werden können. Denkbar wäre etwa ein fester Höchstgewinn, nach dem es zwingend zum Crash kommt, oder ein entsprechend langsam steigender Multiplikator.
Die Rolle der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder
Welche Glücksspiele in Deutschland überhaupt erlaubnisfähig sind und welche gesetzlichen Vorgaben dabei gelten, legt also der Glücksspielstaatsvertrag fest. Für die praktische Umsetzung und die Erteilung entsprechender Erlaubnisse ist hingegen die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) zuständig.
Die GGL ist seit dem 1. Januar 2023 für die Regulierung des länderübergreifenden Online-Glücksspiels in Deutschland verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Erteilung von Erlaubnissen, die Überwachung legaler Glücksspielanbieter und das Vorgehen gegen unerlaubte Angebote.
Die GGL kann dabei allerdings nur Erlaubnisse innerhalb des vom Glücksspielstaatsvertrag vorgegebenen Rahmens erteilen. Sie kann also nicht eigenständig eine neue erlaubnisfähige Glücksspielart schaffen und beispielsweise Crash-Games zulassen, wenn diese vom geltenden regulatorischen Rahmen nicht erfasst werden.
Whitelist und wie sich erlaubte Angebote erkennen lassen
Welche Glücksspielanbieter in Deutschland über eine Erlaubnis verfügen und damit legal zugänglich sind, lässt sich der amtlichen Whitelist der GGL entnehmen. Die Behörde aktualisiert diese Liste, sobald ein neuer Betreiber hinzukommt oder aber auch den Markt wieder verlässt.
Die legalen Unternehmen und ihre betreffenden Websites werden dabei nach Glücksspielform sortiert. Verfügt ein Unternehmen zum Beispiel sowohl über eine Lizenz für virtuelles Automatenspiel als auch für Sportwetten, so ist es in zwei Bereichen der Liste aufgeführt.
Um eine Erlaubnis der GGL zu erhalten, müssen die Anbieter zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen neben den genannten Limits innerhalb der Spielumgebung auch der Anschluss an das nationale Spielersperrsystem OASIS.
Legale Glücksspiel-Websites enthalten immer ein ausführliches Impressum, Hinweise auf die gültige GGL-Lizenz, Warnhinweise zu den potenziellen Risiken des Glücksspiels sowie diverse Links zu Hilfsorganisationen. Der sicherste Weg, um einen legalen Anbieter zu erkennen, ist aber immer der Abgleich mit der Whitelist.
Crash-Games bei uns: der aktuelle Stand
Crash-Games gehören nicht zu den in Deutschland erlaubnisfähigen Online-Glücksspielen. Deshalb werden sie auch in unserer Spielothek nicht angeboten. Als legaler Anbieter für virtuelle Automatenspiele beschränken wir unser Angebot ausschließlich auf Online-Spielautomaten.
Jedes unserer Spiele ist gesetzeskonform und wurde einzeln von der GGL geprüft und genehmigt. Die Spielteilnahme bei Jollie erfolgt innerhalb eines klar definierten spielerschutzrechtlichen Rahmens, und individuelle Limits oder Sperren sind jederzeit möglich.
Natürlich beobachten wir die regulatorischen Entwicklungen und Diskussionen in Deutschland sehr genau und sind jederzeit bereit, unsere Angebote und Inhalte entsprechend anzupassen.
Sollte der Glücksspielstaatsvertrag zu einem späteren Zeitpunkt zugunsten erlaubnisfähiger Crash-Games angepasst werden, schließen wir nicht aus, für diese ebenfalls eine Genehmigung zu beantragen. Aktuell gibt es für eine solche Entwicklung aber keine belastbaren Hinweise.
Wie andere Märkte mit Crash-Games umgehen
Crash-Games sind in Deutschland also aktuell nicht legal mit Echtgeld spielbar. Außerhalb unserer Landesgrenzen sieht das aber teilweise schon ganz anders aus. Die Regulierung von Crash-Games in Europa ist nämlich keineswegs einheitlich. Selbst innerhalb der EU gibt es mehrere Länder, in denen Online-Glücksspielanbieter Crash-Games legal und lizenziert anbieten dürfen.
Beispiele hierfür sind Malta, Italien oder Schweden, die ebenfalls seit einigen Jahren über legale Online-Glücksspielmärkte verfügen, im Vergleich zu Deutschland aber deutlich liberaler sind, was die Spielauswahl betrifft. So findet man bei Lizenznehmern dieser Länder durchaus Spiele wie Aviator legal neben gewöhnlichen Slots oder Tischspielen.
Die Online-Glücksspielangebote anderer EU-Länder sind allerdings für Spielerinnen und Spieler in Deutschland nicht zugänglich. Die meisten Anbieter nutzen auch Geoblocking-Technologien, um sicherzustellen, dass niemand aus dem Ausland bei ihnen spielen kann.
Das gilt auch für viele Märkte außerhalb der EU. Crash-Games aus Großbritannien lassen sich in Deutschland ebenso wenig öffnen wie Angebote aus den Niederlanden und anderen Ländern. Anders sieht es bei Anbietern in Übersee aus. Vor allem Betreiber aus Curaçao sind im Laufe der Jahre geradezu berüchtigt gewesen, gezielt Spielerinnen und Spieler aus Europa auf ihre Seiten zu locken.
Doch auch dort werden die Gesetze stetig verschärft, und Curaçao ist bemüht, genau dieses Image nun loszuwerden. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Plattformen mit Curaçao-Lizenz weiterhin hierzulande verfügbar sind und somit theoretisch einen Zugang zu Crash-Games mit Echtgeld bieten.
Deutschland verfolgt also aktuell einen vergleichsweise strengen Kurs, steht damit aber nicht allein da. Auch Österreich bietet aktuell keine rechtliche Grundlage für legale Crash-Games. Tatsächlich sind unsere südlichen Nachbarn gerade erst dabei, den eigenen Glücksspielmarkt überhaupt für andere Anbieter als ihren bisherigen Monopolisten zu öffnen.
Ob in diesem Zuge ausgerechnet Crash-Games in Österreich legal werden könnten, ist mehr als ungewiss. Deutlich spannender wird es bei den Eidgenossen. Crash-Games legal in der Schweiz zu spielen, ist tatsächlich auf einigen Websites der konzessionierten Spielbanken des Landes möglich.
Natürlich gibt es aber auch Länder mit noch stärkeren Einschränkungen. Glücksspielmonopole in Norwegen oder Island schränken die dortigen Märkte noch deutlich stärker ein, und es gibt auf der Welt auch viele Länder, in denen Glücksspiel vollständig verboten ist.
Wie geht es weiter?
Dass Crash-Games heute in Deutschland nicht erlaubnisfähig sind, bedeutet nicht zwangsläufig, dass dies dauerhaft so bleiben muss. Der Glücksspielstaatsvertrag ist kein unveränderliches Regelwerk. Seine Auswirkungen werden regelmäßig untersucht und die Ergebnisse können wiederum Grundlage für spätere Anpassungen sein.
Aktuell steht eine besonders wichtige Evaluierung an. Bis Ende 2026 soll ein umfassender Evaluierungsbericht zum Glücksspielstaatsvertrag vorliegen. Untersucht wird dabei unter anderem, wie gut die Regulierung seit 2021 funktioniert und in welchem Umfang es gelingt, Spieler vom illegalen in den legalen Glücksspielmarkt zu lenken.
Daraus lässt sich allerdings noch keine konkrete Perspektive für Crash-Games ableiten. In der Diskussion um die Weiterentwicklung des regulierten Marktes geht es grundsätzlich um die Frage, welche Spielformen unter welchen Bedingungen angeboten werden können und wie sich ein attraktives legales Angebot mit den Zielen des Spielerschutzes vereinbaren lässt.
Crash-Games bringen dabei gleich mehrere Besonderheiten mit. Einerseits werden sie international längst auch in regulierten Märkten angeboten. Andererseits gehören kurze Spielrunden und eine hohe Ereignisfrequenz zu den Eigenschaften, die aus Sicht des Spielerschutzes kritisch betrachtet werden.
Ob Crash-Games deshalb irgendwann in den deutschen Rechtsrahmen aufgenommen werden oder weiterhin außen vor bleiben, lässt sich aktuell nicht absehen. Konkrete Pläne für ihre Zulassung gibt es derzeit nicht.
Häufige Fragen zu Crash-Games
Ein Crash-Game ist ein zufallsbasiertes Glücksspiel, bei dem ein Multiplikator während einer Spielrunde immer weiter ansteigt. Spieler müssen ihren Einsatz rechtzeitig auszahlen lassen, bevor es zum zufällig bestimmten Crash kommt.
Vor Beginn einer Runde wird ein Einsatz festgelegt. Anschließend steigt ein Multiplikator an, bis es zu einem zufällig bestimmten Crash kommt. Wer sich den Einsatz vorher auszahlen lässt, erhält ihn entsprechend dem erreichten Multiplikator ausgezahlt. Wer den Crash abwartet, verliert seinen Einsatz.
Nein, Crash-Games mit Echtgeld gehören aktuell nicht zu den in Deutschland erlaubnisfähigen Online-Glücksspielen. Entsprechend gibt es auch keine deutsche Erlaubnis speziell für Crash-Games. Die GGL führt die in Deutschland erlaubnisfähigen Glücksspielarten abschließend auf.
Crash-Games werden vom Glücksspielstaatsvertrag nicht als eigene erlaubnisfähige Spielform berücksichtigt. Sie fallen zudem nicht ohne Weiteres unter virtuelle Automatenspiele, da diese rechtlich als Nachbildungen terrestrischer Automatenspiele definiert sind.
Erlaubnisfähig sind unter anderem virtuelle Automatenspiele, Online-Poker, Sport- und Pferdewetten, Lotterien sowie bestimmte Online-Casinospiele. Welche Angebote tatsächlich legal genutzt werden können, lässt sich über die amtliche Whitelist überprüfen.
Crash-Games sind Glücksspiele. Zwar entscheidet der Spieler selbst, wann er sich den Einsatz auszahlen lässt, der eigentliche Crash-Zeitpunkt wird jedoch zufällig bestimmt und kann weder durch Geschick noch durch eine bestimmte Strategie beeinflusst werden.
Bei vielen Crash-Games liegt der angegebene RTP im Bereich von etwa 95 bis 98 Prozent. Ein RTP von 97 Prozent bedeutet beispielsweise, dass langfristig theoretisch 97 Prozent der getätigten Einsätze wieder als Gewinne ausgeschüttet werden.
Nein. Vergangene Runden lassen keine Rückschlüsse darauf zu, wann es in der nächsten Runde zum Crash kommt. Auch vermeintliche Muster oder längere Serien mit besonders frühen oder späten Crashs verändern die Wahrscheinlichkeit der nächsten Runde nicht.
Bei ordnungsgemäß arbeitenden Crash-Games wird das Ergebnis durch einen Zufallsgenerator bestimmt. Bei Provably-Fair-Spielen können abgeschlossene Runden zusätzlich nachträglich überprüft werden. Spieler können so nachvollziehen, ob das angezeigte Ergebnis nach dem festgelegten Verfahren ermittelt wurde und nachträglich unverändert geblieben ist.
Die ersten bekannten Crash-Games entstanden in den 2010er Jahren in der Krypto-Glücksspiel-Szene. Zu den frühen bekannten Plattformen gehörte Bustabit. Später verbreitete sich das Spielprinzip auch außerhalb des Krypto-Glücksspiels und wurde von internationalen Spieleentwicklern aufgegriffen.
Das lässt sich derzeit nicht absehen. Der Glücksspielstaatsvertrag wird regelmäßig evaluiert und kann grundsätzlich angepasst werden. Konkrete Pläne für eine Zulassung von Crash-Games in Deutschland gibt es aktuell jedoch nicht.